KOOPERATION UND KONKURRENZ

ZWISCHEN

WIEN UND ANDEREN METROPOLEN

Die Situation Wiens in der europäischen Städtehierarchie

mit Schwerpunkt auf die Bereiche:

Infrastruktur

Technologietransfer

Wissenschaft und Forschung

von

9251069 Chen Ina
9550141 Kaertner Jean-Frederic
9351445 Schneider Martin A.
9027141 Wollinger Olivia


I. KOOPERATIONEN ZWISCHEN DER STADT WIEN UND ANDEREN STÄDTEN

A) EINLEITUNG

Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen die Kooperationen, die die Stadt Wien mit anderen Städten im EU-Bereich und im ehemaligen Ostblock eingeht, betrachtet werden. Der Schwerpunkt wird auf Kooperationen in den Gebieten der Infrastruktur, aber vor allem Forschung und Entwicklung sowie Bildung gelegt.

1) Der Begriff "Kooperation"

Die Koopationsdiskussion zeichnet sich dadurch aus, daß sie einen weitgespannten interdisziplinären Rahmen aufweist. Selbst innerhalb der beteiligten Einzelwissenschaften wird das Kooperationsphänomen aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert, weshalb nicht zu Unrecht von einem "Kooperationsdschungel" gesprochen wird. Aus dem lateinischen kommend bedeutet "Kooperation" im allgemeinen Sinne Zusammenarbeit oder auch gemeinschaftliche Erfüllung von Aufgaben durch Akteure. Akteure können Individuen, Gruppen, oder größere Organisationseinheiten und Institutionen sein. Kooperation bedingt Organisation, und eine der wesentlichen Voraussetzungen sind Systeme der Kommunikation und gemeinsame Werte oder Ziele.

Kooperationen bieten eine Reihe von Vorteilen: ( M. Häupl, 1, Seite 73)

Insgesamt ist damit unstrittig, daß kooperatives Verhalten Synergien ermöglicht, die den Output über jenen bei Beschränkung auf die eigenen, nationalen Ressourcen erhöhen. Zurückzuführen ist der enorme Anstieg kooperativer Aktivitäten vor allem auf die Entwicklung des technischen Fortschritts, hierbei insbesondere auf dessen zunehmende Geschwindigkeit, Komplexität und Interdisziplinarität, sowie auf den gestiegenen internationalen Wettbewerbsdruck.

2) Bedeutung der Städtekooperation

Immer mehr Leute ziehen es vor im städtischen Lebensraum zu wohnen. Allein in Europa leben mehr als 80% der Bevölkerung in Städten, mehr als 50% sogar in Hauptstädten. In den Städten finden die meisten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Innovationen statt. Aber natürlich kommt es auch gerade wegen der hohen Konzentration der Bevölkerung in den Städten zu einer Reihe von Problemen, zu denen zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder Umweltverschmutzung zählen.

Trotz der geographischen Entfernung der Städte Europas reichen viele dieser Probleme weit über die Landesgrenzen hinaus, und sollten somit in Form von internationalen Kooperationen gelöst werden. Die meisten Städte haben eine Vielzahl ähnlicher Probleme und können deshalb durch Zusammenarbeit und regelmäßigen Informationsaustausch in hohem Maße voneinander profitieren.(Eurocities, 10, Seite 3)

Durch den Fortschritt der Technik und verbesserte Kommunikations- und Verkehrsinfrastruktur kam es bereits zu einer weiten länderübergreifenden Vernetzung der europäischen Städte in verschiedenen Bereichen. Distanzen spielen durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten keine Rolle mehr, wodurch die Beeinflussung des Wirtschaftsgeschehens eines anderen Landes oder einer anderen Stadt immer leichter wird. Damit Vorteile aus dieser Internationalisierung des Wirtschaftsgeschens gezogen werden können, nehmen Kooperationen zwischen Städten einen immer größeren Stellenwert ein.

Dies trifft auch für die Stadt Wien zu, denn durch die politische Neuorientierung der östlichen Nachbarstaaten und durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union mit 1. Jänner 1995 befindet sie sich in einer neuen geopolitischen Situation, in der sich vermehrt Möglichkeiten für Kooperationen ergeben. Die Bedeutung Wiens als Standort und Transaktionszentrum zwischen West- und Mitteleuropa hat im Zuge der Öffnung der Ostgrenzen und der Transformation der Ökonomien in den mittel- und osteuropäischen Ländern einen wesentlichen Aufschwung erlebt. Wien verfügt im zentralmitteleuropäischen Raum als Metropole auf absehbare Zeit über die notwendige leistungsfähige und moderne Infrastruktur sowie über ein hohes Maß an Lebensqualität. In der "Wiener Europadeklaration - Europa ist mehr als die EU" durch den Wiener Landtag am 25.Februar 1994 wurden die wesentlichen Ziele der Wiener Politik in und für Europa festgelegt. Darin bietet sich Wien als "jene Metropole an, die in einem Netzwerk zur Vertretung und Durchsetzung der Interessen der europäischen Städte, einem aufzubauenden Metropolen-Netzwerk eine aktive führende Rolle spielen kann und will." ( Wien in der EU, 8, Seite 17)

B) INSTITUTIONEN UND ORGANE DER WIENER STÄDTEKOOPERATION

Abgrenzung: Stadt Wien/Land Wien/Gemeinde Wien/Region Wien:

Die Stadt Wien nimmt innerhalb Österreichs eine Sonderstellung ein, weil sie rechtlich als

Wien ist in einer Großzahl von Kooperationen involviert, wobei die Stadt Wien auch als Land, Gemeinde oder Region auftreten kann. Wien zieht daraus vor allem den Vorteil sowohl an Städtekooperationen als auch an Gemeinschaftsinitiativen von Regionen oder Gemeinden (z.B. Rat der Gemeinden und Regionen Europas) teilnehmen zu können. Im Rahmen dieser Seminararbeit finden fast ausschließlich Kooperationen, die die "Stadt" Wien eingeht, Erwähnung.

Die Verwaltungsaufgaben der Stadt Wien besorgt hauptsächlich das Amt der Wiener Landesregierung, das gleichzeitig auch das Gemeindeamt der Stadt Wien bzw. Magistrat repräsentiert. Das Magistrat besteht aus dem Bürgermeister, den amtsführenden Stadträten, dem Magistratsdirektor und den erforderlichen Mitarbeitern.

Da Wien seit dem Fall des "Eisernen Vorhangs" im Jahre 1989 und dem EU- Beitritt Österreichs aus seiner euro- und geopolitischen Randlage in das Zentrum eines neuen, größeren, sich immer enger zusammenschließenden Europa gerückt ist, hat sich zuletzt daraus die Notwendigkeit ergeben, seine Außenbeziehungen diesen neuen Anforderungen gemäß auszurichten. Im November 1994 wurde deshalb vom Gemeinderat beschlossen, erstmalig ein Ressort für Außenbeziehungen der Stadt Wien einzurichten. Um die stadtaußenpolitischen Interessen optimal wahrnehmen zu können, wurde zudem ein eigenes Büro für Auslandsbeziehungen geschaffen. Für eine intensivere Vorbereitung und Beschäftigung mit Fragen der europäischen Integration auf Stadt- und Regionalebene wurde weiters das Europaforum Wien gegründet.

Aufgrund innerösterreichischer Regelungen werden Wiener Vertreter regelmäßig mit Zustimmung der anderen Länder sowie des Bundes in einzelne Gremien der EU entsendet. Dazu zählen insbesondere der Rat der EU, die Ratsgruppen und die Kommissionsausschüsse. Die größte Bedeutung innerhalb der EU hat für Wien allerdings der Ausschuß der Regionen. Österreich entsendet in den Ausschuß der Regionen gemäß Art.24 des Beitrittsvertrags zur EU

12 Mitglieder, wobei sich die Wiener Vertreter aus dem Landeshauptmann und Bürgermeister Dr. Michael Häupl und seinem Stellvertreter, dem Stadtrat für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Außenbeziehungen der Stadt Wien, Dr. Hannes Swoboda, zusammensetzen. Wien ist im Ausschuß der Regionen aktiv in der Fachkommission 3 (Verkehr und Kommunikationsnetze) sowie in der Fachkommission 4 (Städtepolitik) und deren Unterausschuß 3 (Telekommunikation) vertreten.

C) DIE WIENER STADTAUSSENPOLITIK

Wesentliche Ziele der Wiener Stadtaußenpolitik im Rahmen der Kooperationen zu anderen europäischen Städten sind:

Die Bedeutung, die Wien den Beziehungen zu anderen Städten, sei es nun im Osten oder im Westen, zumißt, ist an der großen Anzahl der regionalen Kooperationsprogramme und Städtenetzwerke, in denen Wien aktiv mitarbeitet, abzulesen. Ziel dieser Aktivitäten ist es vor allem, die spezifischen Wiener Interessen und Prioritäten im Konzert der übrigen Städte in optimaler Weise zu verfolgen.

D) DIE BEDEUTUNG DER STAATLICHEN EINFLUSSNAHME

Kooperationstätigkeiten sind vielfältigen Einflüssen aus dem politischen Umfeld ausgesetzt. Seit den 80er Jahren überwiegen staatliche Anreize zur Durchführung von Kooperationsprojekten. Eine unmittelbare und zumeist direkte Förderung von Kooperationen wird vor allem in Europa durch diverse nationale Förderprogramme und durch die im nachfolgenden beschriebenen europäischen Programme betrieben. Die finanzielle Bezuschussung wurde als die mit Abstand wichtigste staatliche Einflußnahme zur Projektdurchführung eingestuft. Angesichts der besonderen Bedeutung, die auf die finanzielle Unterstützung gelegt wird, scheint es gerechtfertigt, das Ausmaß kooperativer Aktivitäten zu einem Großteil auf die Praktiken der EU-Fördermittelvergabe zurückzuführen.

E) MÖGLICHKEITEN DER KOOPERATION

1) Kooperationsbereich: Forschung und Technologie

Technologietransfer und Forschungszusammenarbeit sind scheinbar zu unverzichtbaren Programmpunkten der bilateralen und multilateralen Stadtbeziehungen geworden.Durch Technologietransfer wird einerseits die Innovation an den "rechten Ort" gelenkt, andererseits wird mit der Forschungszusammenarbeit die Schaffung großräumiger Synergieeffekte angestrebt. (S.Bieri, 13, S.65)

Die Gründung einer gemeinsamen Forschungsstätte ist nicht unbedingt Voraussetzung für das Vorliegen einer Kooperation, ein organisierter Erfahrungs-und Informationsaustausch sowie koordinierte Einzelforschung mit finanzieller Förderung, aber ohne Zusammenlegung der Forschungs-und Entwicklungs (F+E)-Aktivitäten, sind hierunter ebenfalls zu fassen. Empirische Befunde deuten sogar darauf hin, daß derartige lockere Bindungsformen die Regel bilden.

Von den Forschungsförderungsinstitutionen innerhalb der EU wird schließlich erwartet, daß sie ihre Mittel entsprechend den Zielsetzungen der nationalen und internationalen Programme einsetzen.

Von einer "europäischen Forschungs-und Technologiegemeinschaft" kann man mit größter Bestimmtheit bereits seit den 70er Jahren sprechen. Neben einem Netz bilateraler Abkommen und gemeinsamer internationaler Forschungsstätten als Vorstufen und Vorbedingungen der europäischer Entwicklung sind zu nennen: CERN, EMBL, ESA, ESO, ESF, die COST-Aktionen der EG, und schließlich die EUREKA-Initiative.

Die EG-Forschungs-und Technologieprogramme sind darauf angelegt, Strukturschwächen der europäischen Volkswirtschaften "top down" zu beseitigen oder zu mindern:

Europäisch geförderte Kooperationsprojekte haben im Bereich der Informationstechnologie eine besonders hohe Bedeutung, da diesem Forschungsgebiet von politischer Seite eine Schlüsselbedeutung eingeräumt wird. Auch die Stadt Wien kann nunmehr gleichberechtigt die Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, die sich aus dem EU-Beitritt Österreichs für sie ergeben, aktiv und zukunftsorientiert nutzen. ( Programme , siehe unten)

2) Kooperationsbereich: Bildung

Die Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen, liegt aber nicht nur beim Prozeß von F+E, sondern vor allem auch "inkorporiert" im Human-und Sachkapital. Daher müssen auch die personellen Voraussetzungen und strukturellen Regelungen für möglichst kreative, produktive Innovationsprozesse sichergestellt werden.

Wollte man den Zielen eines "erweiterten Binnenmarktes" tatsächlich näher kommen, so erschien es den EU-Organen unabdingbar, mit Hilfe gezielter Maßnahmen und Programme in den Bereichen Bildung und Forschung gemeinschaftsbildend zu wirken. Es folgten die Förderungsprogramme für Jungforscher, z.B. SCIENCE, SPES, für die betriebliche Organisationsentwicklung durch Technologiefortbildung, z.B. COMETT, für Universitätskooperationen und die studentische Mobilität, vor allem ERASMUS, für Schüleraustauschaktionen, z.B.PETRA, und für die Sprach(lehrer)ausbildung, z.B. LINGUA.

SPES: Planung für die Stimulierung von Zusammenarbeit und Austausch auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften

SIENCE: Programmplan zur Stimulierung der internationalen Zusammmenarbeit und des notwendigen wissenschaftlichen Austauschs für die europäischen Forscher

Unterstützung der Forschermobilität durch:

andere Mobilitätsprogramme der EU: COMETT, ERASMUS

Diese neue, effektive "europäische Universitätsgemeinschaft" konnte auf den Vorarbeiten des Europarates aufbauen, vor allem den Stand der europäischen Hochschulkooperation nutzen, den die Gleichwertigkeitskonventionen des Europarates für Reifezeugnisse, Universitätsstudien, -prüfungen und -diplome in Europa bereits erzielt hatten. Ein System bilateraler Abkommen war zusätzlich entwickelt worden, joint-study-Programme und andere Partnerschaftsformen unter Universitäten, multilaterale Netzwerke und "centers of excellence" sind weitere Vorbedingungen und Vorstufen einer verstärkten Hochschulzusammenarbeit im EU-Bereich.

Die Fördermaßnahmen beziehen sich sowohl auf die Kosten des Kooperationsprojektes selbst, hilft also den Institutionen und Repräsentanten, als auch auf die Kosten des Austausches der Studierenden. Es sind keine Vollstipendien, sondern Zuschüsse für die durch die Mobilität erhöhten Kosten vorgesehen.

F) WIEN IN DER EU

1) Förderungsmittel für Zusammenarbeit von der EU

Es werden durch die EU eine Vielzahl von Förderungsmittel zu Gunsten von Kooperationen vergeben. Speziell auf den städtischen Raum bezieht sich das ECOS-Programm.

1.1) ECOS (European Cities Co-operation System)

Bei Ecos handelt es sich um ein Förderungsprogramm der EU, das die Zusammenarbeit europäischer Städte unterstützen soll. Mit ECOS soll ein Netz von kooperativen Verbindungen zwischen Städten der EU und den mittel- und osteuropäischen Ländern aufgebaut werden. ECOS bietet Kontakte, Partnerschaften und Zusammenarbeit sowie die gemeinsame Nutzung und Vermittlung von Fachwissen. Zu den Förderungsbereichen zählen beispielsweise Projekte, die sich mit Kooperationen auf den Gebieten des Umweltschutzes, des Verkehrs und Luftfahrtsplanung, der Gas-, Wasser-, Elektrizitäts-, Energie- und Abfallversorgung oder des Wohnbaus beschäftigen.

1.2) Europäische Forschungskooperation

Die breite Palette der europäischen Forschungskooperationen soll den Zugang zu Fördermitteln der EU ermöglichen und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit geeigneten Partnern in Europa fördern. Die EU faßt ihre Forschungsaktivitäten in Rahmenprogrammen zusammen, wobei das derzeitig laufende 4. EU-Rahmenprogramm vor allem auf kooperative, partnerschaftliche Strukturen zwischen Unternehmen, Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen der verschiedenen EU-Staaten abzielt. Bei der Forschungsinitiative COST werden im Rahmen einer gemeinsamen Absichtserklärung verschiedene Forschungsprojekte über ein Fachgebiet aufeinander abgestimmt.

1.3) EU-Bildungsprogramme

Die Aus- und Weiterbildung nimmt in der EU einen bedeutenden Stellenwert ein, dadurch werden dafür Förderungsmittel zur Verfügung gestellt. Mit diesen lassen sich beispielsweise Austauschprogramme von Studenten finanzieren. Da Universitäten auf Städte konzentriert sind, läßt sich eine Zusammenarbeit dieser auf internationaler Ebene zu der Städtekooperation zuordnen. Die wichtigsten Bildungsprogramme der EU sind "Sokrates", "Leonardo" und "Jugend für Europa"

1.3.1) Sokrates
"Sokrates" ist ein Aktionsprogramm (1995 bis 1999) für Studenten, Schüler und Lehrkräfte. Es führt die Programme ERASMUS und LINGUA weiter.

ERASMUS

Erasmus ist ein gemeinschaftliches Aktionsprogramm zur Förderung der Mobilität von Hochschulstudenten

1.3.2) Leonardo
"Leonardo" ist ein Aktionsprogramm (1995 bis 1999), das die Schaffung eines offenen europäischen Raumes für berufliche Bildung und Qualifikation anstrebt. Es umfasst die Programme COMETT, PETRA, FORCE, EUROTECNET und LINGUA.

a) COMETT

Comett ist ein Programm der Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft im Bereich der Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Technologie.

b) PETRA

PETRA ist ein Programm für die Berufsbildung Jugendlicher und deren Vorbereitung das Erwachsenen -und Erwerbsleben.

c) FORCE

Bei FORCE handelt es sich um ein Programm zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der EU.

d) EUROTECNET

Dieses Programm ist zur Förderung von Innovationen bezüglich der Berufsbildung in der Folge des technologischen Wandels in der EU bestimmt.

e) LINGUA

LINGUA ist ein Aktionsprogramm zur Förderung der Fremdsprachenkenntnisse in der EU.

1.3.3) "Jugend für Europa"
Dieses Programm soll den Austausch von Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren fördert (für den außerschulischen Bereich). Jugendliche sollen Kultur und soziale Beziehungen in anderen EU-Ländern kennenlernen.

(Wien in der EU, 8, Seite 5; Cordis Datenbank)

G) WIEN IN ANDEREN ORGANISATIONEN

Über die Aktivitäten innerhalb der EU-Institutionen hinausgehend, ist Wien weiters in folgenden internationalen Organisationen und Gremien tätig.

1. UCUE - Union of Capitals of the Union of Europe

Auf Initiative der Städte Amsterdam, Bonn, Brüssel, Luxemburg, Paris und Rom wurde im April 1961 diese Vereinigung der Hauptstädte der europäischen Gemeinschaft gegründet. Wien wurde am 20. Oktober 1995 gemeinsam mit Helsinki und Stockholm aufgenomme, Berlin ersetzte Bonn. UCUE umfasst alle 15 Hauptstädte der EU, ist jedoch keine eigene Institution der EU. Ziel dieser Vereinigung ist es, den ständigen Kontakt zwischen den Stadtverwaltungen der Mitgliedsstädte aufrechtzuerhalten, um so das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl und das gegenseitige Verständis zu stärken sowie gemeinsame Probleme zu erörtern.

(Leistungsbilanz v. M.Häupl, 1. Seite 75; Wien in der EU, 8, Seite 21)

2. Eurocities

"Eurocities" ist eine eigenständige und nicht profitorientierte Vereinigung und wurde 1986 mit dem Ziel gegründet, die Interessen der europäischen Großstädte im Rahmen der EU zu vertreten. Die Kooperation zwischen den Städten soll erhöht und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Außerdem sollen Städte aus dem ehemaligen Ostblock bei dem Umgang mit den EU-Mechanismen geholfen und auf ihrem Weg zu einer demokratischen Regierung sowie Marktwirtschaft unterstützt werden. Derzeit sind rund 60 europäische Städte aus 19 europäischen Staaten, davon aus 10 EU-Staaten, Mitglieder von "Eurocities". Wien ist seit 1995 Miglied dieser Organisation.

(Wien in der EU, 8, Seite 23; Leistungsbericht v.M.Häupl, 1, Seite 75; Folder über EC, 10, Seite 1 ff.)

3. Metropolenkonferenz

Die "Mitteleuropa-und Metropolenkonferenz" wurde 1992 in Berlin gegründet. Die Städte Berlin, Budapest, Prag, Warschau und Wien vereinbarten Kooperationen in den Bereichen Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehr, Abfall und Energie. Außerdem wurden Strategien für eine dauerhafte umweltgerechte Entwicklung der Städte Mitteleuropas erarbeitet. Im Jahre 1993 fand eine weitere Tagung in Budapest über umweltgerechte Stadtentwicklung und Verkehr statt. Gegenwärtig wird eine Kooperation mit Bratislava und Laibach angestrebt.

(Wien in der EU, 8, Seite 23 f.; Leistungsbilanz v.M.Häupl, 1, Seite 76)

4. Internationale Konferenz über Zusammenarbeit auf regionaler und städtischer Ebene

Diese Konferenz betrifft sowohl die Stadt Wien als auch das Land Wien und stellt eine weitere Form der nicht institutionalisierten Zusammenarbeit dar. Seit dem Jahre 1990 wurden bislang vier Tagungen abgehalten. Ein Ziel der Konferenz ist die Förderung von Projekten zur Zusammenarbeit zwischen Regionen und Städten "Ost-West" und "Nord-Süd". Es soll eine Verbesserung der Koordination zwischen den verschiedenen Projekten erreicht werden. Außerdem soll die Umsetzung der Projekte durch die lokalen Selbstberwaltungskörper beziehungsweise der regionalen Regierungen erleichtert werden.

(Wien in der EU, 8, Seite 24)

5. ARC (Airport Regions Conference)

Bei der ARC handelt es sich um eine Zusammenarbeit von Regionen, mit dem Ziel die vielfältigen gemeinsamen Probleme, die durch die Großflughäfen hervorgerufen werden, zu lösen. Obwohl es sich also um eine Konferenz von Regionen handelt, soll sie hier angeführt werden, da sich die großen Flughäfen meistens in der Nähe von Großstädten befinden und einen wesentlichen Bestandteil ihrer Infrastruktur darstellen. Die Hauptthemen der Konferenz sind die Auswirkungen eines Flughafens auf die umgebenden Regionen, die Umweltbelastungen durch Luftverschmutzung und Lärm, Raumordnungsfragen, die Anbindung des Flughafens an die Ballungszentren im öffentlichen und Individualverkehr sowie Strategien der Zusammenarbeit im Luftverkehrsbereich.

H) BILATERALE KOOPERATION MIT ANDEREN STÄDTEN

Bilaterale Abkommen Wiens wurden im Jahr 1995 hauptsächlich mit osteuropäischen Städten, nämlich mit Budapest, Prag, Bratislava, Laibach und Zagreb abgeschlossen. Es handelte sich überwiegend um Vereinbarungen über wirtschaftliche Zusammenarbeit, Umweltangelegenheiten sowie Know-How-Transfer. Beispielsweise unterstützte Wien Prag bei der Errichtung von Deponien, bei der Sanierung von Altlasten sowie bei der Erstellung eines Gesamtkonzeptes für die getrennte Sammlung von Altstoffen samt der erfoderlichen Öffentlichkeitsarbeit. Mit Bratislava etwa unternahm Wien gemeinsame Anstrengungen zur Erlangung von EU-Förderungen aus den Interreg-Programmen sowie den Phare-Programmen.


II. KONKURRENZ ZWISCHEN DER STADT WIEN UND ANDEREN EUROPäISCHER STäDTEN

A) Warum kann es zu Konkurrenz kommen? Eine Anwendung des "Gefangenen-Dilemma".(ÖROK, 15)

Formal kann die Entscheidungssituation als Verhaltenoptimierung mit einander beeinflussenden Handlungsalternativen modelliert werden, wie sie in der Ökonomie durch die Spieltheorie untersucht wird. Die Ausgangssituation ist dabei -dies sei anhand des Beispiels der Betriebsansiedlundspolitik durch Wirtschaftsförderung gezeigt- oft ein nichtkooperatives Spiel ("Gefangenen-Dilemma").

Der größte gemeinsame "Pay-off" in Form von zusätzlichen Steuermitteln (etwa Kommunalabgaben) durch Betriebsansiedlungen für die gesamte Agglomeration könnte zweifellos bei abgestimmter Betriebsansiedlungspolitik (also im Kooperationsfall) erzielt werden, da es in diesem Fall möglich wäre, dem einzelnen Investor jeweils optimale Standorte anzubieten, eine abgestimmte Bewerbung des Großraumes vorzunehmen sowie das Flächenmanagement in der Agglomeration zu optimieren.

Obwohl es die beide Spieler wissen, kommt Kooperation nicht zustande, da ein Spieler bei Konzentration der Ansiedlungswerbung allein auf sein Gebiet ("Nicht-Kooperation") auch bei Senkung des gesamten "Pay-offs" durch den Verlust von Synergien seinen Ertrag erhöhen kann, sofern der andere Spieler in der ursprüngliche Strategie verharrt (Sodaß Ansiedlungsgewinne auf seine Kosten möglich sind). Da beide Spieler diese Entscheidungsgrundlage vorfinden, besteht für beide der Anreiz, von der Kooperationsstrategie abzugehen und individuell ihr Territorium Investoren anzubieten.

Als logischer Gleichgewicht ergibt sich damit die Situation beiderseitiger Nicht-Kooperation in Form getrennter, nicht kompatibler Ansiedlungspolitik, in der jeder Spieler schlechtergestellt ist als in der Kooperationslösung.

Hiermit wird also gezeigt, daß Nichtkooperation unter den gegebenen Spielregeln als ökonomisch rationales Ergebnis eines Optimierungskalküls angesehen werden kann und nicht etwa mangelndem politischen Willen oder fehlender Einsicht entspringt : Jeder dem Wohl seiner territorialen Einheit verpflichtet politisch oder administrative Akteur muß unter den gegebenen Voraussetzungen entsprechend handeln!

Konkurrenz um europäischen Strukturfonds.

Diese Situation läßt sich auch im Rahmen der Allokation von Strukturfonds von der EU auf der europäische Eben zwischen Regionen, Städten, oder zwischen Netzwerke von Städten beobachten.

Der Fall Deutschland wo es eine sehr harte Konkurrenz zwischen dem Land, dem Kreis, und der Kommune gibt um so ein Fond zu erwerben ist in dieser Sicht signifikativ.

Andererseits bevorzugt die Europäische Kommission in Brüssel eine größere Konkurrenz zwischen den Bewerber solcher Fonds in der Auswahl von Projekten.

Wie bei jeder Hilfe muß während dem Prozedur Verfahren berücksichtigt werden, daß der Anreiz ein Anderer sein kann.

Die Möglichkeit so ein Fond zu bekommen kann dazu führen, daß dieses Geld Später für ganz andere Sachen ausgegeben wird.

Die Konsequenz davon ist, daß das Vorhaben das unterstützt werden soll, soll mit dem geringste möglichen Aufwand realisiert werden.

Das kann dadurch erreicht werden, daß man marktwirtschaftlische Elemente in die Projektauswahl einbezieht. Erstens beim Ausstellen eines aufachen Kredites soll der Empfänger ein Teil der Summe zurückzahlen der von dem Erfolg vom Projekt abhängt. Zweitens, daß man die Konkurrenz zwischen denen die das Geld wollen verstärkt (Ph. Brändle, 19)

B) WESENTLICHE THEORIEANS€TZE.

1) EINE WELTSTADTTHEORIE

Mit der "WORLD CITY HYPOTHESIS" nach John FRIEDMANN (1986) wird versucht ein Zusammenhang zwischen Stadtentwicklung und weltwirtschaftlischen Einflußgrößen zu zeigen.

Die Ausgangshypothese von J. FRIEDMANN ist, daß strukturelle Veränderungen innerhalb einer Stadt durch den Grad und die Form der Integration in die Wirtschaft sowie durch die von der Stadt zugeordneten Funktionen innerhalb der neuen räumlichen Arbeitsleistung bestimmt werden.

Er unterscheidet exogen Faktoren (Richtung und Kapital der transnationalen Kapitalflüsse, die neue internationale Arbeitsteilung, die technologische Entwicklung), und endogene Faktoren (räumliche Muster der geschichtlichen Akkumulation, nationale Politik) die die Wirkung der exogene Faktoren verstärken können, und in verschiedener Art und Weise strukturelle Veränderungen in einer Stadt hervorrufen können.

Das internationale Kapital ist in FRIEDMANNs These Wesentlich, und er stellt in dieser auf, daß Weltstädte die eigentlich Zentren des internationalen Kapitals sind, da dieses in ihnen konzentriert und akkumuliert wird. Und der Grad der Kontrollfähigkeit von Weltstädten über das interdependente Weltsystem wird in der Struktur und Dynamik ihrer Produktionsektoren reflektiert (I.M. Török, 20)

Nach FRIEDMANNs Auffassung steuern folgende Produktionssektoren die Dynamik der Weltwirtschaft und somit auch der Weltstädte :

2) DIE THEORIE DER STEUERUNGSZENTRALE

Man bezeichnet als Steuerungszentrale der Standort von dem aus alle übrige Orte, Subregionen und Einzelwirtschaften vorgefertigte Entscheidungen, Handlungsanweisungen oder Entscheidungsimpulse in Form von Informationen bekommen, und von woraus eine gewisse Kontrolle der Entwicklung der Subsysteme ausgeht (W.Ritter, 23)

Der Begriff wird also auf eine zugehörige Wirtschaftsregion bezogen, in dem Sinne, daß diese Stadt die Gesamtregion maßgeblich beeinflußt (I.M.Török, 20)

Die für die Steuerungszentrale charakteristische vorhandenen wirtschaftlichen Einrichtungen sind hauptsächlich :

Der Kern der Zentrale mit den Einrichtungen und Organe der Steuerung, Lenkung, Planung und Kontrolleder Wirtschaft

haben aber ein hoher Bedarf an wirtschaftstätige Personen, so daß in den als Steuerungszentralen fungierenden Städten wiederum Citybezirke mit Bürokonzentrationen entstehen, wobei viele Institutionen nur hier zu finden sind und sonst nirgends in der gesamten Region (Ritter, Török; 23, 20)

Die hinzutretende Einrichtungen

Akzessorische Einrichtungen und Dienste für die reichere Personenschicht

Nachgeordnete Dienste und Industrien ermöglichen die Bedienung und die funktionsfähigkeit der oben genannten Einrichtungen durch eine breites Ensemble von Tätigkeiten

Zentrale Dienste und Gewerbe werden in der Steuerungszentrale (gewöhnlich das zentrale Ort für ihr Umland) mit der höchsten zentralörtlichen Hierarchiestufe des Landes, hergestellt.

3) HEADQUARTERS THEORY

Einige vor allem über der Nord Hemisphäre verteilte aber untereinander vernetzte Weltmetropolen bilden die Kommandozentrale der Weltökonomie in dem sie Entscheidungen von globaler Tragweite nehmen, und die weltweiten Produktionsprozesse und Kapitalflüsse kontrollieren und steuern.

An diesen Knotenpunkten der Weltwirtschaft siedeln sich Hauptsitze von Banken und Multinationalen Konzernen an und verbinden sich mit den internationalen Finanzplätzen zu einer "Headquarter-Economy" (Hitz, Schmid, Wolff, 26)

Die Gründe für die Standortentscheidung der Kommandofunktionen der Weltwirtschaft sind vor allem (Török, 20)

4) CITY UND STADT MARKETING

Definitionen

Stadtmarketing bedeutet für eine konkrete Stadt die Stadtqualität, die Lebensqualität, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu verbessern, die Konzepte dafür im Konsens mit den Akteuren in der Stadt zu entwickeln und umzusetzen, sowie nach innen und außen zu vermitteln (Kemming, 21). Stadtmarketing ist ein auf Aktion gerichtetes Handlungskonzept (Esser, 21).

Citymarketing bezieht sich, im Gegensatz zu Stadtmarketing, auf die City also nur auf diesen -wenn auch wichtigen- Teilbereich der Stadt. Oft wird jedoch zwischen Stadt- und citymarketing kein Unterschied gemacht (Kemming, 21).

Die Stadtentwicklungsplanung ist schließlich ein Instrument der Gemeinden um die beabsichtigten Vorhaben zu koordiniereung (Thmassen, 26).

Folgende drei Hauptlinien für die Durchführung eines Stadtmarketing werden von Herbert KEMMING dargestellt :

4.1) Stadtmarketing als Werbe- und Verkaufstrategie

Es geht hier um eine Inszenierung von der Stadt

4.2) Stadtmarketing als Verfahren

Die Vielschichtigkeit der Interessen aller Akteure wird in Vordergrund gestellt

4.3) Stadtmarketing als Philosophie und Handlunganweisung

In diesem Fall wird Marketing als bewußt marktorientierte Führung des Gesamtgebildes, d.h. der Stadt, gesehen.

C) DIE SITUATION WIENS IN DER EUROPäISCHEN STäDTEHIRACHIE

1) Der Städtewettbewerb - Ursachen der Konkurrenzsituation

Angesichts der durch den EU-Beitritts und der Ostöffnung ausgelösten Abbau von wirtschaftlichen Beschränkungen in Mitteleuropa, wie etwa Handelsbeschränkungen zwischen Ost und West oder restrikitive Einfuhrbestimmungen der EU, kommt es im erwähnten Raum seit Beginn der 90er Jahre zur Koexistenz von Tendenzen fortschreitender Internationalisierung von Politik und Wirtschaft einerseits und verstärkter Regionalisierung durch vermehrte lokale Initiative anderseits. Anläßlich einer internationalen Tagung zum Wiener Stadtentwicklungsplan im Mai 1993, erfaßte schon damals der Arbeitskreis "Wirtschaftsstandort Wien”, die für Wien relevante Sachlage in 2 Thesen.

These 1: Der Städtewettbewerb um Ansiedlung und Unternehmens-funktionen nimmt unter den Bedingungen verstärkter Globalisierung und neuer Technologien zu - lokale Standortpolitik gewinnt damit an Bedeutung

These 2: Die erhoffte Dynamik für die Stadtwirtschaft kann nicht allein durch industrielle Bereiche, sondern nur in Verbindung mit hochwertigen Dienstleistungsbereichen begründet werden.

Diese 2 Thesen lassen die Formulierung einer Stadtentwicklungspolitk zu, welche auf die seit den achtziger Jahren voranschreitende Deregulierung auf internationaler Ebene und auf die Tertiärisierung der Wirtschaft in den entwickelten Ländern Bedacht nimmt.

Durch die erwähnte Deregulierung verlassen die Unternehmen die nationalstaatliche Ebene und treffen ihre Standortwahl unabhängig von den Interessen ihres Stammlandes. Diese Entwicklung impliziert eine größere Konkurrenz zwischen Städten und Regionen um Ansiedlung und Unternehmensfunktionen und fordert von Wien nicht nur die Schaffung von günstigen Rahmenbedingungen, sondern die bewußte Stärkung der lokalen Standortbedingungen, um zu einer Attraktivitätssteigerung Wiens im europäischen Städtesystem zu gelangen.

Bezüglich der Frage, welche Sektoren im Besonderen entwickelt werden sollten, um positive Resultate unter den oben beschriebenen Bedingungen zu erhalten, ist die Entwicklung der Wirtschaftsstruktur in der Agglomeration Wien der passende Indikator. Seit 1970 gingen in der Sachgüterproduktion um die 93.000 Arbeitsplätze verloren und so stellt ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung nur noch 27%. Die Industrie ihrerseits beschäftigt derzeit nur 11.9% aller Arbeitskräfte in Wien und stellt so keine Basis mehr für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung dar.

Der dargestellt Schwächung der Industrie müßte im tertiären Sektor durch Schaffung einer Exportbasis bei Dienstleistungen, die Wien als Standort für internationale Kontroll- und Entscheidungsfunktionen aufwerten würde, entgegengesteuert werden und auf diese Art und Weise Wien als überregionales Zentrum in der europäischen Städtehierachie, welches sich durch Ansiedelung von regionalen Verwaltungsstellen internationaler Unternehmen auszeichnet, zu positionieren.

Die Schwierigkeit einer solchen Positionierung stellt die bereits bestehende Konzentration von Unternehmenszentralen, Finanzdiensten und anderer produktionsnahen Dienstleistungsanbieter an wenigen Orten mit hoher Informationsdichte dar. So befinden sich beispielsweise die Hälfte aller europäischen Bankzentralen am Finanzplatz London. Diese Entwicklung, die sich in gleichen Zügen auch in Bereichen wie der Rechtsberatung oder dem Consulting abspielt, findet seine Erklärung in den erst durch die Konzentration möglichen "face to face”-Kontakten der in der Agglomeration angesiedelten Akteure, die neben den indirekte Formen der Kommunikation(z.B.: Telefon) auch den direkten Zugang zu informellen Informationen benötigen.

Die Notwendigkeit dieser "face to face”-Kontakte führt zur weiteren Akkumulation von Unternehmen und Diestleistungsanbietern in den Zentren, die bereits den Standortvorteil "Informationsdichte” aufweisen. In den "neue Zentren”, wie Wien es ist, besteht noch nicht diese Ballung von Unternehmen und Dienstleistungsanbietern, die eine kumulativen Ansiedelungsprozess auslösen könnte. Für Wien ist das Nicht-Erreichen dieser kritischen Masse eine erhebliche Zutrittsbarriere hinsichtlich der Konkurrenz in der europäischen Städtehierachie.

In der unten angeführten Rangordnung internationaler europäischer Großstädte, die auf eine Delphi-Untersuchung zurückgeht (Befragung von 50 hochrangigen Experten), erreicht Wien nicht einmal die Bedeutung eines überregionalen Zentrums und hat im mitteleuropäischen Bereich seine Kontrahenten Mailand, München, Stuttgart, Zürich und Genf deutlich vor sich.(14, Seite 58 ff)

                     Delphi-Untersuchungsergebnis - 1992                        
                  Rang      Punkte                          Rang      Punkte        
London             1        98            Madrid             11       84            
Paris              2        98            München            12       82            
Brüssel            3        96            Lyon               13       80            
Amsterdam          4        96            Wien               14       78            
Frankfurt          5        94            Berlin             15       74            
Genf               6        92            Rotterdam          16       68            
Mailand            7        92            Straßburg          17       68            
Barcelona          8        90            Athen              18       62            
Rom                9        86            Hamburg            19       60            
Zürich             10       86            Kopenhagen         20       56            

Um die Schwierigkeiten und Potentiale der Positionierungs Wiens in der europäischen Städtehierarchie und die Konkurrenzsituation angesichts des EU-Beitritts und der bereits weit fortgeschrittenen Ostöffnung darstellen zu können, ist es dienlich ein Stärken-Schwächen Profil von Wien anzufertigen, welches folgende Punkte bezüglich der Wiener Situation behandelt: Humankapitalspräsenz, Innovationsorientierung, Spezialisierungschancen, produktionsnahes Dienstleistungsangebot, Vernetzung der Region.

2) Das Stärken-Schwächen Profil Wiens

2.1) Ballung und Humankapital als agglomerationsspezifische Standortvorteile

Die in Punkt 3.1. angesprochene Akkumulation von wirtschaftlichen Aktivitäten in Städten wie London kann gleicher Maßen auf nationaler Ebene für die Agglomeration Wien beobachtet werden. Hier kann die Ballung von ökonomischer Aktivitäten und Personen in enger räumlicher Nachbarschaft auch als bestimmender Standortvorteil der städtischen Struktur angesehen werden. So versammelt Wien auf 5.5% der Bundesfläche 28% der Berufstätigen Österreichs und erwirtschaftet 35% der Brutto-Wertschöpfung des Landes.

Die durch diese Konzentration erreichten positiven externen Effekte sind als Economies of Agglomeration/of Scope bekannt. Das große Nachfragepotential im Ballungsgebiet macht die Differenzierung der Angebotsseite möglich, die räumliche Nähe führt zu verstärkten Austausch von Ideen, Personen und Produkten. Die höhere Informationsdichte reduziert die Suchkosten für Informationen bei Unternehmensentscheidungen und begünstigt das Entstehen eines "innovatives Milieu”.

Weitere wichtige Daten Wiens in Bezug auf vorhandenes Humankapital:

Somit besitzt auch Wien, die für Agglomerationen typischen Vorteile, wie die Ballung ökonomischer Aktivitäten und die Verfügbarkeit eines hochwertigen Humankapitals, welche vorallem Voraussetzung für den Hochtechnologiebereich im Industriesektor und für produktionsnahe Dienstleistungen im Tertiärbereich sind.

2.2) Fehlende Innovationsorientierung trotz Ballung von Forschungsaktivitäten

Die oben aufgezeigte Ballung von Humankapital gilt als essentielles Kriterium für die räumlich Clusterung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Außerdem kommt es aber auch auf Arbeitnehmerseite zu Präferenzen gegenüber dem differenzierten Arbeitsmarkt in Agglomerationen, da in diesem Raum Jobwechsel durch großeres Angebot leichter fallen und außerdem das Freizeitangebot ein Größeres ist.

So kommt es auch im Raum Wien zur räumlichen Ballung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, die im nationalen Bereich einen Standortvorteil darstellen (45.2% aller forschenden Einheiten im Bundesgebiet). Vorallem nichtbetriebliche Forschung, sprich universitäre Forschungsaktivitäten, sind mit 54% in Wien konzentriert.

Dagegen gibt es bei der privaten Industrieforschung eine viel größere Verteilung, die der tatsächlichen Verteilung der Industrie in Österreich entspricht. Die Kontrolle über diese Standorte ist aber wiederum sehr stark auf Wien konzentriert. Das technologiepolitische Defizit Österreichs (nur 1.5% des BIP (1992) für F&E-Ausgaben = unteres Drittels der OECD-Staaten; mit 0.6% Anteil der F&E-Beschäftigten an Gesamtbeschäftigten, befindet sich Österreich unter den Ländern mit dem niedrigsten Anteil) macht es unmöglich, den auf nationaler Ebene vorhandenen Standortvorteil auch international zur Geltung kommen zu lassen.

Es besteht zwar eine massive Clusterung der F&E-Aktivitäten im Raum Wien, welche aber durch die Tatsache an Bedeutung verliert, daß trotz dieser Ballung die Innovationsfähigkeit der Wiener Industrie nicht erhöht werden konnte. Obwohl die Produktzyklustheorie von Produktinnovationen aus der Agglomeration ausgeht, liegt die Innovationstätigkeit in Wien laut einer WIFO Studie unter dem Österreich-Durchschnitt. So weisen Wiener Betriebe auch weniger Produkte in der frühen Phase des Produktzyklus und mehr Produkte in der Stagnations- und Schrumpfungsphase auf, als das im österreichischen Durchschnitt der Fall ist.

So kann man die geringe Innovationsorientierung der Wiener Industrie als deutliche Schwäche im internationalen Städtewettbewerb betrachten. Als Gründe für diese Situation läßt sich mangelnder Technologietransfer und die unzureichende Vernetzung von universitärer Forschung und betrieblicher Praxis nennen. So beziehen beispeilsweise nur rund 5.9% der Wiener Betriebe Innovationsimpulse aus der Wissenschaft (österreichweit dagegen 7.9%).

2.3) Wien als nationales Entscheidungszentrum mit Spezialisierungschancen

Wie im bereit im Punkt 3.1. angesprochen bildet die räumliche Ballung von Entscheidungsfunktionen (durch "face to face”-Kontakte, etc.) einen entscheidenden Standortvorteil im Managementbereich, welchen Wien auf nationaler Ebene unbestritten innehält. So weist Wien mit 208 Hauptverwaltungen etwa zehnmal so viele Unternehmenssitze wie die nachfolgenden Konkurrenten auf, verfügt über 60.8% der Beschäftigten und weiters werden 58.1% des Gesamtumsatzes österreichischer Großunternehmer von Wien aus kontrolliert.

Wie es aber aus dem internationalen Städteranking hervorgeht kann Wien die Kontrollfunktion nicht auf internationaler Ebene ausüben. Das internationale Städtenetz wird von einer kleinen Zahl von Weltstädten dominiert, die sowohl als Finanz-, als auch als Informationsknotenpunkte gelten. Wiens Position in Bezug auf Kontroll- und Entscheidungsfunktionen wird in den Rankings als unbedeutend eingestuft. Was national als starker Punkt Wiens gilt, ist international gesehen eine Schwäche.

So kann für Wien nur eine Spezialisierungsstrategie in Frage kommen, um wenigstens bei einigen Produkten die kritische Masse zu erreichen, die zur Steigerung der Attraktivität des Standortes erforderlich ist.

So bietet die Ostöffnung für Wien ein Entwicklungsfeld, welches von den bereits bestehenden Zentren abgekoppelt ist. Wien besitzt eine besondere Informationsdichte über institutionelle Gegebenheiten und Marktchancen in den Oststaaten und könnte so als Standort internationaler Entscheidungsfunktionen an Bedeutung gewinnen und so internationale Unternehmen anziehen, die hier ihre regionalen Hauptverwaltungen stationieren und von Wien aus die neuen Markte in Ost- und Mitteleuropa bearbeiten. So könnte man erwarten, daß Wien, welches bereits in der Vergangenheit mehr als zwei Drittel des Auslandskapitals anzog, von einigen internationaler Unternehmen zum Mittelpunkt in ihren Ansiedelungsstrategien gemacht wird.

Die positive Positionierung von Wien war lange Zeit abhängig von der Entwicklung Österreich in Bezug auf die EU-Integration. So galt Österreich, als es noch nicht in der EU war, als weitgehender geschützter Heimmarkt, der einzelnd zu bearbeiten war. Trotz zunehmender Integration schwächte die Lage außerhalb der EG die strategische Ansiedelung von Nicht-EG-Unternehmen in Österreich zur Bearbeitung des EG-Binnenmarktes ab. Die volle Integration Österreichs in die EU ließ somit die Barrieren verschwinden, welche durch die Europaverträge der EG mit den Oststaaten, die Marktbearbeitung von Österreich aus für EG-Unternehmen erschwerten.

Der EU-Beitritt Österreichs kann so als Stärkung Wiens als mögliches überregionales Transaktionszentrum für den Großraum gesehen werden.

2.4) Produktionsnahe Dienstleistungen

Die hier behandelten Dienstleistungen sind solche, die im Zuge des Produktionsprozesses wieder in die Produktion von Gütern oder Serviceleistungen eingehen. Somit ist der Mechanismus leicht erklärt, welcher zur Clusterung von produktionsnahen Dienstleistungen auf einige wenige Zentren führt. Es ist die Notwendigkeit der produktionsnahen Dienstleistungen nahe an den Verwaltungszentren zu liegen, welche die Konzentration zur Folge hat. Weiters beziehen die diversen hochspezialiserten Dienstleistungsanbietern ihr Personal aus den mit Humankapital gut ausgestatteten Agglomertionen.

Wien kann im nationalen Bereich auch hier als absolutes Zentrum abschneiden. So entfallen rund 67.5% der gesamten Bilanzsumme des österreichischen Bankwesens auf in Wien ansässige Institute. Im Versicherungsbereich bietet sich ein ähnliches Bild: von 70 in Österreich tätigen Versicherungsunternehmen sind 59 am Standort Wien ansässig.

Auf internationaler Ebene lassen diese Tatsachen keinen Rückschluß auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit von produktionsnahen Dienstleistungen zu. Der Dienstleistungsanteil von 7% an den Exporten scheint zunächst ein sehr guter Wert, der aber wenn von den Tourismusdienstleistungen bereinigt auf knappe 1.2% fällt. Die Schweiz hat im Vergleich dazu einen Anteil der hochwertigen Dienste am Gesamthandelsvolumen von 5%.

Das Defizit im Bereich produktionsnaher Dienstleistungen könnte die angestrebte Position Wiens als Transaktionszentrum für Ost-Mitteleuropa gefährden. Vorallem die Präsenz von Niederlassungen großer internationaler Anbieter erschwert das Upgrading lokaler Anbieter.

2.5) Notwendigkeit der materiellen und immateriellen Vernetzung

Um eine günstige Postionierung zu erreichen, muß die ausreichende Akzessibilität des Raumes gesichert sein. Im Bahnbereich besteht schon heute eine hochrangige Einbindung in den EU-Raum und auch nach dem Osten hin bestehen bereits Infrastrukturplan der EU. Ebenso liegen Pläne für den Straßenverkehr auf.

Von sehr großer Bedeutung ist weiters die Einbindung in die neue internationale Netzwerkgeographie im Telekommunkationsbereich, da die Anforderungen in diesem Bereich bei der Unternehmensansiedlung eine immer größere Rolle spielen, um die neuen Niederlassungen in die jeweiligen Management- ,Kontroll- und Steuerungssysteme einpassen zu können.

Die international bestehende Konkurrenz impliziert im intraregionalen Bereich ein koordiniertes Vorgehen der Akteure in der Agglomeration, da der Mangel an Kooperation im Raum Wien zu einer noch größeren Schwäche in der internationalen Städtehierachie führen wird. Der bessere Zugang zu Informationen durch die einzelnen Akteure, die Steigerung der Attraktivität der Agglomeration im internationalen Wettbewerb oder die Begrenzung von Konkurrenz im lokalen Bereich sind nur einige der intraregionalen Kooperationmöglichkeiten. Diese Zusammenarbeit wird dann im Umfeld der internationalen Konkurrenz von Großregionen zu einem wirklichen Standortfaktor. (15, Seite 49 ff)

3) Ostöffnung und EU-Beitritt: Wiens Stellung bei Betriebsansiedelungen

Nach dem langsamen Verschwinden der Faktoren, wie die Erschließung des durch Schutzzölle abgeschirmten Binnenmarktes oder der Einsatz billiger Arbeitskräfte, die in den 70er Jahren ausschlaggebend waren für die Betriebsansiedelungen im Raum Wien, mutierte die Ballung Wien von einer "verlängerten Werkbank” zu einem "Ansiedelungsaquisiteur” für technologieintensivere Unternehmen. Durch den Umbruch im Osten wurde die Qualität des Standortes als Produktionsstandort, Handels- und Finanzzentrum verbessert. Zwar sind die Arbeitskosten in Österreich höher als im Osten, die höhere Produktivität, die bessere Infrastruktur, die Versorgung mit Vorprodukten und der freie Zugang zum EU-Markt stellen aber betreffend der Betriebsansiedelung wesentliche Standortvorteile zu anderen Städten im Osten dar.

Gerade die Nähe Wiens zu den Grenzgebieten im Osten macht es für Betriebe interessant, den lohnkostenintensiven Produktionsvorgang ins Grenzgebiet auszulagern, die ursprungsbegründende Bearbeitung aber hier auf österreichischer Seite vorzunehmen. Die Hoffnung, Wien als Finanzzentrum für Osteuropa zu positionieren, würde leider mit der Entscheidung die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung in London und nicht in Wien anzusiedeln, enttäuscht. Trotzdem spiegelt sich im Anteil Österreichs an den Krediten für Osteuropa mit 14% bis 15% die Rolle Wiens als regionales Finanzzentrum wieder. Durch das Know-how im Bankenbereich wurde ein wesentlicher Beitrag zum Wiederaufbau der Finanzstrukturen in Osteuropa geleistet, welcher sich im Engagment heimischer Banken im Osten zeigt.

Im folgenden Abschnitt wird untersucht werden, ob Ost-Mitteleuropa als Partner oder Konkurrent anzusehen ist, da ja die neue Situation im Osten, sowohl zusätzliche Investitionen in Österreich veranlassen , als auch gleichzeitig Auslandsinvestitionen von Österreich ablenken könnte. Im Westen wäre Berlin zu erwähnen, wo aber durch die Konzentration auf Ostdeutschland und die Verwaltungsverlagerung von Bonn nach Berlin kaum freie Kapazitäten gegeben sind, um als starker Konkurrent aufzutreten.

In Ost-Mitteleuropa sind es vorallem Prag und Budapest, die für Wien früher oder später zu Konkurrenten werden könnten. Die politische Stabilität Österreichs, die Infrastrukturvorteile oder das erstklassige Freizeit- und Kulturangebot der Stadt Wien sehen ihre Attraktivität durch die aufkommende Dynamik in den beiden genannten Städten zusehends untergraben. (S.Richter, J.Stankovsky; 16, Seite 71 ff)

D) VERGLEICH WIEN, PRAG, BUDAPEST

Als ich mich vor einigen Monaten mit einem Fachmann für ProduktivitŠtsverbesserung eines gro[[section]]en Konzerns unterhielt, der sich auch viel mit der Standortwahl fŸr Unternehmen beschŠftigt, unterstrich er sofort wie wichtig und entscheidend das kulturelle Angebot und die Freizeitausstattung eines Ortes im Rahmen einer Standortauswahl fŸr Konzerne oder Niederlassungen sein kann.

Die Witterungen und die Freizeitmšglichkeiten sind sicher nicht die einzigen Entscheidungsfaktoren, die fŸr oder gegen eine Ansiedlung eines Unternehmens in einem bestimmten Ort oder Region sprechen.

Seit Anfang der 90er Jahre in Ostmitteleuropa fŸhren scheinbar niedrige Arbeitskosten in den ReformlŠndern zur GrŸndung von Produktionsbetrieben in Ungarn, Slowakei, und Tschechien.

Wie ist Wien davon betroffen? Wie reagieren Budapest und Prag?

Wien bietet unter anderem ausgezeichnete Infrastrukturen, kommerzielle Dienstleistungen und ein einmaliges Know-How in vielen Bereichen an. Dennoch üben die Stabilisierung der Ostškonomien und ihre neue WettbewerbsfŠhigkeit eine noch stŠrkere Anziehungskraft aus. z.B. Investitionen fŸr Prag und Budapest bedeuten eine Gefährdung von Wiens Rolle als europäische Steuerungszentrale und Headquarter.

Wir werden hier einen Vergleich zwischen Wien, Prag und Budapest versuchen, um manche Faktoren, die seit dem Zusammenfall des Kommunismus manchmal als konkurrenzrelevante Faktoren bezeichnet werden, näher zu betrachten.

1) ALLGEMEINE DATEN ZU WIEN PRAG UND BUDAPEST

Die zwei HauptstŠdte Budapest und Prag sind in 250 und 300 km Luftlinienentfernung (weniger als 45 Minuten) von Wien gelegen, andrerseits sind Prag und Budapest 425 km voneinander entfernt.

Im Klimavergleich wird die Stadt Budapest scheinbar von ihrer geographischen Lage begŸnstigt. Die ungarische Hauptstadt ist rund 2 Grad wŠrmer (Jahresdurschnittstemperatur gleich 11,1[[exclamdown]]C) als Wien (9,2[[exclamdown]]C) und Prag (9,8[[exclamdown]]C). Es gibt jŠhrlich 604mm NiederschlŠge, weniger als in Wien (661mm) und 19% mehr als in Prag. Andererseits finden in Prag die maximalen NiederschlŠge im Juli statt (82mm), in Wien fast gleich ( Mai 70mm; Juli 83mm; August 72mm) und in Budapest mit nur 77mm im Juni und einem hei[[section]]en Sommer mit Ÿber 20[[exclamdown]]C (Wien maximal 19[[exclamdown]]C im Juli).

Die Sonnenscheindauer, gemessen nach Stunden, ist fŸr Budapest gŸnstiger als fŸr Wien

(2072 Std bzw. 1889 Std.). Ein Vorteil Wiens liegt allerdings in den windigen Sommertagen, die die sommerliche Hitze ertrŠglicher machen und die Luft reinigen.

Was die Bevšlkerung betrifft, zŠhlte Budapest 2.008 540 Einwohner im Jahre 1993, Prag 1.214 885 Einwohner, und Wien 1.539 848 Einwohner. Daneben kann man auch noch BrŸnn mit 391000 Einwohnern, und Bratislava mit 440629 Einwohnern zitieren, die nicht sehr weit von der šsterreichische Grenze liegen, bzw. 235 km und 65 km davon entfernt.

Die Bevšlkerungsentwicklung dieser drei StŠdte verläuft unterschiedlich. Die Geburtsraten Wiens von 9,7% entspricht der von Budapest, die Sterberate (15,2%) ist um 0,5% hšher, was auf die stŠrkere †beralterung der Wiener Bevšlkerung zurŸckzufŸhren ist (25% aller Wiener sind Šlter als 65 Jahre). WŠhrend Wien eine ältere Bevölkerung aufweist als Budapest, hat die ungarische Hauptstadt einen viel hšheren Anteil an Kindern (I.M. Török, 20)

Zwar ist die Geburtenbilanz in Prag gŸnstiger als in Wien, doch ist die Zuwanderung aus dem eigenen Staatsgebiet gering, eine auslŠndische Zuwanderung fehlt Ÿberhaupt. Ganz anders ist es in Wien, wo eine rasant ansteigende Zuwanderung von AuslŠndern die negative Geburtenbilanz nicht nur kompensiert, sondern ein Bevšlkerungswachstum bewirkt (E. Lichtenberger, 18).

Viele multinationale Unternehmen agieren auf dem ostmitteleuropŠischen Markt traditionell seit langem von Wien aus. Aber seit der Ostöffnung und den Reformen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sind die Positionen Wiens, Prags und Budapests neu zu definieren, und dabei auch die Faktoren, die zur Wahl und zur Ansiedlung solcher Konzerne in den jeweiligen Städten führen.

Diese Arbeit wird sich also auf die oben kurz geschilderten Steuerungszentren- und Headquarterstheorien beruhen, um die mšglichen Handelszentren, Finanzzentren, Zentren fŸr kommerzielle Dienstleistungen und Entscheidungszentren hervorzuheben.

2) INVESTITIONS- UND PRODUKTIONSSTANDORTE

Anfang der 90er Jahre, als einige Produzenten mit arbeitskostenorientierten arbeitskostenorientierten Betriebsansiedlungen begonnen haben, verlor Österreich sehr viel an Attraktivität. Mit dem Verfall der Brückenkopffunktion verlor Österreich scheinbar gleichzeitig ihre wirtschaftliche Stärke.

Also sah man einerseits westeuropäische Banken die Filialen in den Reformländer errichten, und sich über Joint Ventures mit osteuropäischen Geld- und Versicherungsunternehmen verbinden, während sie dort nach neuen Investitionsmöglichkeiten suchten.

Andererseits beteiligten sich immer mehr ausländische Konzerne an international bekannten Großunternehmen.

Für Prag bedeutet dies z.B. die 40%ige Beiteiligung der BHF (Berlins Handels und Frankfurter Bank) an der Zivnostenska Banka. Die österreichische PSK hat mit einem Anteil von 42% mit insgesamt sechs Unternehmen eine neue CSFR Bank Postovni Banka gegründet. Die erste Allgemeine Generali AG beabsichtigt die Gründung einer Konzerntochter in Prag. Siemens hat gemeinsam mit Skoda mit 67% Beteiligung die Tochterfirma Skoda Energy begründet. Air France beteiligte sich mit 40% an der tschechischen Luftlinie (E. Lichtenberger). Der deutsche Konzern Hoechst und die tschechische Firma Biotika haben zusammen eine Tochterfirma begründet. Volkswagen hat die Autoerzeugung von Skoda übernommen und produziert seit 1993 das Auto Passat in Bratislava (Bilan economique et social, Le Monde, 1992).

Nach Angabe des Bundesfinanzministeriums wurde in Tschechien bis zum 1. Mai 1991 die Gründung von 2890 Unternehmen mit einer Auslandsbeteiligung im Gesamtwert von 23,9 Mrd.Kcs. bewilligt - der ausländische Kapitalanteil betrug 10.3 Mrd. Kcs.- , dies entspricht einem Wert von 777 bzw 335 Mill.$. Vom Gesamtkapital dieser Unternehmen entfallen 21,5 Mrd.Kcs auf Unternehmen, in denen der Staat CSFR als Partner figuriert. Ein Großteil des Gesamtkapitals -etwa 64%- ist in Skoda-VW, Gafumin, Linde-Technoplyn, Evrotel, und Aluminium Decin konzentriert (WIFO).

In Ungarn kommen die meisten Investoren aus Österreich und aus der BRD, das größte Volumen an Kapital wurde allerdings von Unternehmen aus den USA investiert.

Die Summen steigen seit 1991. In 1991 waren es 2,8 Mrd. $, in 1993 7 Mrd. $: Ebenso verhält es sich bei der Anzahl an Joint-Ventures die 1990 569 betrug, 1992 wurden 13000 Joint-Ventures gegründet, und in 1993 wurden 18000 gegründet (Enzyklopädie Quid, 1995)

Die regionale Verteilung der Unternehmen mit ausländischer Beteiligung weist eine starke Konzentration auf Budapest aus, mit 58% der gegründeten Firmen und des nach Ungarn geflossenen Kapitals . Von 568 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung arbeiten 77% gewinnbringend, mit einem Durchnittsgewinn von 76,6 Mill. Ft (WIFO).

Als Beispiel wurde die BKD Bank gemeinsam von der Dresdner Bank und von der Banque Nationale de Paris in Budapest gegründet (Bilan economique et social, Le Monde, 1992).

Starke Initiativen werden auch von IBM, Digital Corp, und von Hewlett- Packard genommen (Derek Leebaert, Orbis, A journal of world affairs, Herbst 1990).

Die Vorteile von Wien sind sehr umfangreich. Obwohl die Arbeitskosten in Österreich höher als im Osten sind, bietet Österreich auch höhere Produktivität, bessere Infrastrukturen, Versorgung mit Vorprodukten sowie den Vorteil der zentralen geographischen Lage in Europa, den deutschen Sprachraum, mit einer stabilen politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Situation im Gegensatz zu den Ostländer, die wesentlich unstabiler sind und wo Sprachprobleme leichter entstehen können.

Die Umweltschmutzung könnte außerdem zu einer Verschlechterung der Investitionsperspektiven im Osten führen, in dem viele Unternehmen zwischen 50% und 270% mehr Ölenergie pro produzierter Einheit verbrauchen als der OECD- Durchschnitt (Derek Leebaert).

Die Vorteile niedriger Arbeitskosten im Osten könnten in manchen Fällen durch die Gründung von Produktionsbetrieben in österreichischen Grenzgebieten genutzt werden. Für Unternehmen aus dem Osten könnte es andererseits in manchen Fällen sinnvoll sein, Betriebsniederlassungen in Österreich zu gründen (als Joint-Venture mit österreichischen Unternehmen). Der lohnkostenintensive Produktionsvorgang könnte im Osten, die ursprungsbegründete Bearbeitung in Österreich erfolgen (WIFO).

Die Steuervorteile als Anziehungsinstrument

Die Steuervorteile werden von allen drei Ländern als Anziehungsinstrument benutzt.

In Tschechien muß ein Unternehmen mit ausländischer Beteiligung Gewinnsteuer und Lohnsummensteuer abführen. Der Gewinnsteuersatz für die ersten 200000 Kcs des Gewinns ist mit 20% festgesetzt. Höhere Gewinne werden mit 40% besteuert, für die ausländische Beteiligung (unter 30%) bedeutet dies, daß sie unter einem Gewinnsteuersatz von 55% liegt.

Immobilienkauf durch Unternehmen mit ausländischer Beteiligung ist für den eigenen Bedarf möglich.

Seit 1991 ist in Ungarn auch zur Gründung von Gesllschaften mit ausländischer Mehreitsbeteiligung keine Genehmigung erforderlich. Unternehmen können durch einfache Registrierung beim Handelsgericht gegründet werden. Seit 1991 gilt als Voraussetzung für eine Steuerermäßigung um 40%, 60%, und 100% ein Grundkapital von mindestens 50 Mill.Ft (bisher 25 Mill.Ft), mindestens 30% davon müssen in ausländischem Eigentum sein. Ebenfalls neu ist, daß die Einbehaltung des versteuerten Gewinnanteils auch dann zu Steuerrückvergütungen berechtigt, wenn es in ein anderes als das eigene Unternehmen investiert wird.

Das seit der Steuerreform 1989 relativ niedrige Niveau der Unternehmensbesteuerung in Österreich kann die Attraktivität des Landes für Investoren erhöhen, die auf dem Markt Ostmitteleuropas agieren wollen : Aufgrund des Körperschaftsteuergesetzes sind im Ausland erzielte Gewinne von Tochtergesellschaften österreichischer Unternehmen in Österreich steuerfrei, wenn der Anteil an der ausländischen Gesellschaft mehr als 25% beträgt, die Beteiligung länger als ein Jahr und nicht eine reine Portfolio-Beteiligung besteht (WIFO).

3) FINANZZENTRUM UND KOMMERZIELLE DIENSTLEISTUNGEN

Österreich spielt seit Jahren für den Osten eine gewisse Rolle als regionales Finanzzentrum. Dies spiegelt z.B. der Anteil Österreichs an den Ostkrediten westlicher Banken von etwa 12% wider(WIFO).

Eine Möglichkeit könnte für Wien im Aufbau des Börsewesens bestehen. Mit 28,321 Mrd.$ Börsekapitalisierung, 155 Gesellschaften, darunter 44 ausländische, liegt die Wiener Börse weit vor der seit Juni 1990 wieder offiziell geöffneten Budapester Börse, die 1992 nur mit 2,545 Mrd.$ Börsekapitalisierung rechnen konnte und somit weniger als Wien auf die Existenz von internationalen Unternehmen hindeutet.

Auch wenn die Wiener Börse keine leitende Stelle in der Welt hat (liegt weit hinter Deutschland mit 460,753 Mrd., 1297 Gesellschaften, 633 ausländische), bestehen dennoch Möglichkeiten für Wien im Ausbau des osteuropäischen Banksystems und der Ostfinanzierung angesichts des beachtlichen Know-how in diesen Bereichen.

Außerdem bieten sich die gute Infrastruktur, die geographische Lage im deutschen und mitteleuropäischen Sprachraum, und die politische Stabilität als starke Vorteile an.

Relevant dafür sind die Bürokapazitäten und die Büropreise.

Infrastrukturen und Büropreise in Wien, Prag und Budapest

Wenn wir uns Prag zuwenden, dann geht daraus hervor, daß in dem Stadtkern zum Teil historische Stadt, oft aber Wohnungen mit unzureichender Ausstattung zu finden sind.

Der Nachfrage nach Wohnungen an attraktiven Standorten der historischen Stadt wird mit einem Angebot an Häusern, Büros oder Geschäftsflächen entgegengekommen, in denen die Mieten nicht, wie bei Wohnungen, begrenzt sind (E. Lichtenberger, Wien - Prag : Metropolenforschung, BÖHLAU, 1993).

Der jährliche (1993) Durchnittspreis/ qm für ein Büro in einer attraktive zentrale Lage ist in Budapest 11/2 mal so teuer als in Wien (bzw. 348 $ und 231 $), und in Prag (418 $) erreicht man einen Preis, der 80% höher ist als in Wien, also fast am gleichen Niveau wie in Berlin (452 $) oder in Warschau (450 $) (Quelle : Richard Ellis Consulting ).

Die Wohnungsmieten in Prag betrugen 1993 103 $ pro qm, und 178 $ in Budapest (Durchschnitt für alte und neue Wohnungen).

Außerordentlich weitflächig sind in Prag die Bodennutzflächen. Die Industrieflächen, die den einzelnen Betrieben zugewiesen wurden, sind vielfach zu groß dimensioniert und damit zu einem großen Teil ungenützt. Auch die Wohnanlagen in der Außenstadt verfügen über große Reserveflächen für Geschäftszentren, öffentliche Gebäude und Betriebe aller Art (E. Lichtenberger).

Im Gegensatz zu Wien beherbergt Budapest viel weniger Unternehmen in seinem Stadtzentrum. Weil der Vorort Buda-Örs hauptsächlich niedrige Grundstückpreise anbietet, und weil sich die Bevölkerung seit langem dort angesiedelt hat, wird dieser Ort von Unternehmen oft gewählt (I.M. Török, 1994).

Die Unternehmen, die ihren Sitz in der Wiener City haben, besitzen eine erstklassige Lage, da sie ein gewisses Image von Qualität, großes Ansehen, Internationalität und Kapitalstärke widerspiegeln. Außerdem bietet Wien im Gegensatz zu Prag und Budapest moderne Büroinfrastrukturen in der Stadtmitte, mit dem Hochhauszentrum Wien Mitte, Paketlösungen für internationale Organisationen, und eine aktive Bürobaupolitik an. (z.B. die Umwidmung von A-Kategorie Wohnungen in Büros)

4) KONKURRIERENDE HANDELSZENTREN

Das Messewesen kann einen wichtigen Beitrag zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen West und Ost leisten. Obwohl Wien über eine zentrale Lage in Europa verfügt und damit traditionelle Ost- Westbeziehungen pflegt, könnte die größte Konkurrenz vom Osten kommen : Budapest, Brno (135 km von Wien entfernt) und Bratislava (65 km) bieten jährlich zahlreiche Fachmessen an.

Wien : Aquatherm (April), Bauen-wohnen (März), VIET (September), Ifabo (Mai), KUK (Oktober), Hit (September), Intertool Austria (September), Vinova (Juni).

Brno : Embax Print (Feber), Fondex (November), INVEX Computer (Oktober), INVEX Novelties (November), Salima (März), Welding (November), Mechanik (September).

Budapest außer EXPO 96 : Industria (Mai), Agro Mesexpo (April), Construma (April), Chemexpo (April).

Bratislava : Inchesta (Juni)

Prag : Pragotherm (November).

(Quelle : Union des Foires Internationales)

Die Frage der Konsequenz auf die Konkurrenz zwischen Wien und Budapest nach der Wiener Absage zur EXPO 96 taucht hier wieder auf. Zweitens sollte man das Verhalten von Brno und hauptsächlich von Bratislava gegenüber Wien unterstreichen.

Bratislava hat sich seit dem Zweitem Weltkrieg zu einem Industriezentrum entwickelt und ist auch der Endpunkt einer 6998 km langen ex-CSFR Erdöl Pipeline, die die größten Raffinerien Europas zuliefert. Das Verhalten der Hauptstadt der Slowakei Wien gegenüber könnte fraglich werden, obwohl Bratislava scheinbar in der Wiener Einflußzone liegt.

Aussagen über die künftige Konkurrenz sind derzeit nur eingeschränkt möglich, da Investitionsentscheidungen internationaler Öltrusts von der politischen Stabilität Osteuropas abhängen werden. Durchaus gute Chancen für Dumpingaktionen bestehen aufgrund der sehr niedrigen Löhne in der Produktionsgüterindustrie von Bratislava, Organisations -und Investitionsbereitschaft westlicher Konzerne vorausgesetzt (E. Lichtenberger). Aber dieses Mal befinden sich das Know-how und die spezialisierten Fachleute auf beiden Seiten der Grenze.

5) POLITISCHE INSTITUTIONEN

Wiens Vorsprung im Bereich Internationaler Organisationen wird kaum von Budapest oder von Prag rasch zu erreichen sein. Mit 115 Einrichtungen stand Wien am Ende der 80er an der neunte Stelle in der Weltrangliste. Und mit rund 3000 Kongresse jährlich stand Wien am Anfang der 90er auch bei den Ersten der Welt.

Allerdings könnten in der Zukunft neue Institutionen auch Prag oder Budapest wählen.

6) DIE F†R DIE ZUKUNFT WICHTIGEN VERKEHRS -UND KOMMUNIKATIONSVERBINDUNGEN

Verkehrs -und Kommunikationsverbindungen sind für die Erreichbarkeit anderer wichtiger Zentralmetropolen wesentlich.

Von den Flughäfen Prags oder Budapests war bis jetzt keine ernsthafte Konkurrenz zu erwarten. Mit rund 7,1 Mill. Fluggäste im Jahre 1993 (71,1 Mill.Tonnen Fracht) hat der Wiener Flughafen keine große Konkurrenz aus Prag (2,2 Mill. / 15Mill.t) oder Budapest (2,1 Mill. / 16 Mill.t) zu befürchten (Quelle : International Airport Concil).

Eine mächtige Konkurrenz ist viel mehr aus München II entstanden, das auf eine Kapazität von 15 Millionen Passagieren ausgelegt ist (E. Lichtenberger).

Was die Position von Wien im ursprünglichen Hochgeschwindigkeitsnetz betrifft, ist Wien sehr stark mit den anderen Metropolen verbunden, aber nicht am besten.

Prag und Budapest befinden sich auf der Trasse, die von Istanbul oder von Athen über Belgrad bis nach Berlin und Hamburg führen soll. Wien wird sich in der Kreuzung einer Linie Nantes-Budapest, über Paris und München befinden, und in einem mit Mailand bis zu Warschau verknüpften Netz sein. Leider wird eine Linie neben Wien verlaufen, sodaß Wien keine NNW/SSO Trasse haben wird, und zwar von Belgrad nach Berlin über Bratislava und Prag, weil eine Hauptsraße von Prag über Brno nach Bratislava als paneuropäische Strecke vorgesehen ist.

Im Autobahnnetz wird Wien ähnliche Streckenverluste wie im Eisenbahnnetz haben. Die alte Trasse der Kommerzialstraßenzeit -die Brünner und die Prager Straße- werden durch die tschechische Autobahn geklappt. Im Mitteleuropäischen Netz hat Wien daher nur mehr die West und die Südroute in der Hand. Im künftigen europäischen Autobahnetz wird Budapest mit Wien konkurrieren können (E. Lichtenberger).

E) FÖRDERUNG DER INNOVATIONSFÄHIGKEIT DER BETRIEBE IN DER REGION ALS WICHTIGSTES MITTEL GEGEN DIE KONKURRENZ

In den letzten Jahrzehnten kam man auf internationaler Ebene, sowie auch teilweise in Österreich selbst, zunehmend auf die Bedeutung der sogenannten "Technopolen”. Dieses aus dem Französischen stammende Wort bezeichnet die Zentren, von denen aus neue Impulse an die Wirtschaft gehen, welche immer mehr von den Informationstechnologien abhängen. So sind unter "Technopolen " geplante Institutionen wie Technologieparks zu verstehen, die in den vielfältigsten Ausformungen existieren: als Partnerschaft zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor, als Initiativen privater Firmen oder regionaler Regierungen, etc.

1) Ausgangspunkt: Allgemeine Entwicklung in der Weltwirtschaft

Den Hintergrund für die Entstehung von "Technopolen” stellt der Umstrukturierungsprozeß der internationalen Wirtschaftsstruktur dar, welcher die folgenden 3 Gründe besitzt:

1) Die technologische Revolution, welche sich auf die Infromationstechnologien stützt. Im Gegensatz dazu waren die lezten beiden industriellen Revolutionen von der Entdeckung neuer Energieformen geprägt.

2) Die Bildung einer globalen Wirtschaft, welche selbst die auf Lokalmärkten agierenden Firmen durch Interdependenz mit Zulieferern und Kunden beeinflußt.

3) Das Erscheinen von rein informationsbestimmten Formen der Produktion und des Managements, welche die erreichte Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zunehmend vom vorhandenen Wissen und vom Zugang zu relevanter Information abhängig machen. Es ist nicht das simple Zusammenzählen von Produktionsfaktoren, welches das Resultat bildet - vielmehr ist es die Neukombination von den klassischen Faktoren mit Faktoren wie Technologie und Informationsmanagement, die für den Output und den Erfolg einer/s Firma/Landes ausschlaggebend ist.

2) Die Informationstechnologien - Entwicklungsmotor der Regionen

Für diese neue Form der Wirtschaft sind die Informationstechnologien der zentrale Motor, da sie die Basis für die Integration wirtschaftlicher Prozesse darstellen - sie bilden sozusagen die technologische Infrastruktur für das neue globale Wirtschaftssystem.

Weiters bildet der Sektor der industriellen Produktion von neuen Technologien den in den letzten 25 Jahren am schnellsten wachsenden Sektor. Dieser Sektor kann als Entwicklungsmotor für die jeweilige beheimatete Region betrachtet werden. Je mehr eine Region an Entwicklung im Hochtechnologiebereich generieren kann, desto größer ist ihr wirtschaftliches Potential in der globalen Konkurrenz.

Die Transformation der Weltwirtschaft durch den neuen Technologieschub verlangt vor allem in den Sektoren einen schnellen Modernisierungsprozeß, damit ihre Konkurrenzfähigkeit nicht im vorhinein geschwächt ist. So ist es für eine jede Region von vorrangiger Bedeutung, daß es zu einer effizienten Technologiediffusion kommt, was ja eine der Hauptaufgaben von Technologiezentren darstellt.

Dieser Modernisierungsprozeß geht grundsätzlich nur von der Technologiediffusion aus - es ist aber weiters auch von entscheidender Bedeutung, ob die Region die Fähigkeit besitzt, Technologien in diesem Bereich selbst zu entwickeln und zu produzieren. Dafür gibt es 3 Gründe:

1) Technologische Innovationen hängen in großem Maße vom "learning by doing” ab, d.h. ist eine Region in der Lage, selbst Technologie zu entwickeln, so kann sie diese direkt und flexibler an den Produktionsprozeß anpassen.

2) Durch die Entwicklung und den Export von Technologie verschafft sich die Region direkte Vorteile im Wettbewerb, da ein Technologieimport zwar Arbeitsplätze schafft, plötzlichen Änderungen im Technologiebereich aber doch nicht mit der nötigen Schnelligkeit begegnet werden kann. Die Fähigkeit einer Region, einen Überschuß aus ihren Exporten zu erwirtschaften, um so auch Technologie zu importieren, entscheidet über die Modernisierungerfolge dieser Region.

3) Erst die eigene Entwicklung von Technologie läßt die Gesellschaft einer Region in einem Klima leben, in welchem neue Ideen und andere Formen von Organisation gebildet werden können. So hätte es keinen Sinn Technologie zu besitzen, deren Potential nicht durch die Bevölkerung genützt werden könnte.

3) Städte und Regionen als neue wirtschaftliche Akteure

In dieser neuen Umgebung, die von neuen und alten modernisierten Sektoren geprägt ist, verlieren die Regierungen auf nationaler Ebene an Bedeutung, da die globale Wirtschaftstruktur wenig Einflußmöglichkeiten auf das Wirtschaftsgeschehen gibt. Hingegen haben es Regionen unter diesen Umständen leichter, sich an die wechselnden Bedingungen auf den Märkten, in der Kultur oder bei Technologien anzupassen. Sie haben zwar weniger Macht als Regierungen, dafür besitzen sie aber eine größere Fähigkeit, zielgerichtete Entwicklungsprojekte zu realisieren, mit multinationalen Firmen zu verhandeln, Klein- und Mittelbetrieb zu fördern und Bedingungen zu schaffen, die eine günstige Entwicklung der Region garantieren. Dieser Prozeß, Wachstum zu generieren läßt Konkurrenz zwischen den Regionen entstehen, die dadurch abermals zu mehr Effizienz und Innovation angehalten werden. Das Verbleiben einer Region in einem der absteigenden Sektoren wie der Landwirtschaft führt unweigerlich zu der Umwandlung in eine industrielle Ruine.

Initiativen am technologischen Sektor, die von den Regionen immer häufiger gesetzt werden, zeigen die neugewonnene Determination von Regionen auf, die sich nicht mit der ihnen nach einer übergeordneten Logik zugeteilten Arbeitsteilung abfinden und so Eigenverantwortung zeigen, die die nötige Reindustrialisierung vorantreibt. (M.Castells, 17, Seite 1 ff)

4) Initiativen im Technologiebereich im Raum Wien

Es folgt ein Auszug aus den Aktivitäten rund um Wien, die alle die eben besprochene Förderung des Hochtechnologiebereiches als zentralen Punkt betrachten.

4.1) DAS RIZ: REGIONAL-INNOVATIONS-ZENTRUM NÖ - Wiener Neustadt

Um die Förderung der Wirtschaft des südlichen Niederösterreich, einem traditionellen Industriegebiet südlich von Wien, zu garantieren, versucht das RIZ beispielsweise durch sein Gründerzentrum oder seinem RIZ-Treffpunkt Impulse für die Region zu geben.

Im Gründerzentrum stehen 1.600 qm für junge innovative Firmen zur Verfügung, die sich für maximal 5 Jahre dort einmieten können. Die vorhandene Infrastruktur erleichtert den Einstieg am jeweiligen Markt und die räumliche Nähe zu anderen innovativen Betriebe sollte Synergieeffekte ermöglichen. Unter den Interessenten werden vorallem solche ausgewählt, welche ihren Schwerpunkt im Bereich von Kommunikationstechniken, neuen Werkstoffen und Umwelttechnik haben. Weiters sind Grundvoraussetzungen wie die richtige Idee, der geeignete Markt oder etwa die finazielle Basis für die Aufnahme der Unternehmen ausschlaggebend. Aus diesen Daten ermittelt ein RIZ-Team, die Chancen für den Erfolg des Projektes, um so gleich zu Beginn die Risiken für das neue Unternehmen zu minimieren.

Der RIZ-Treffpunkt sieht sich als Impulsgeber für die Region. Die hier organisierten Veranstaltung informieren über neueste Entwicklungen aus den Bereichen Management, Wirtschaft und Technik und bilden gleichzeitig eine Plattform für die Kommunikation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Institutionen, Behörden und Firmen.

4.2)Das Simmeringer Innovation- und Gründerzentrum

Das Technologiezentrum S.I.G. Wien bietet seinem Konzept nach, neben Unterstützung bei Unternehmensneugründungen auch Platz für junge bereits bestehende technologieorientierte Unternehmen. Den Neugründern werden hier spezielle Konditionen geboten, die durch das Angebot an Dienstleistungen und verfügbarem Kow-How abgerundet werden. So beherbergt das S.I.G heute schon Firmen aus dem Bereich Umwelt, Diagnostik, Medizintechnik, Information, Kommunikation, Automation und Elektronik.

Auf rund 2.500 qm haben bereits 25 Unternehmen ihren Firmensitz. Weitere 2.500 qm stehen zur Verfügung. Das S.I.G. steht den eingemieteten Unternehmen durch die hier tätige Business-Creation-Managementgesellschaft in dem Bereichen Geschäftsführung, Rechnungswesen und Marketing zur Seite. Bei der Gründungsberatung wird die Start-up-Phase, durch die Aufstellung eines Geschäfts- und Finanzplanes vorbereitet und betreut und in den weiteren Phasen können die Unternehmen auf ein Projektcoaching und Wachstumscontrolling zurückgreifen. Außerdem ist das S.I.G. in das Beraternetz der Wiener Wirtschaft eingebunden und kann so die möglichen Förderungen der Handeslkammer, der Wiener Wirtschaftsförderung und des WIFOs optimal in Anspruch nehmen.

4.3) FORSCHUNGSZENTRUM SEIBERSDORF

Seibersdorf ist Österreichs größtes nicht universitäres Forschungszentrum, welches sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft versteht und so Frimen bei der Entwicklung und Anwendung von neuen Technologien unterstützt. Neben Entwicklungen auf vertraglicher Basis bietet Seibersdorf Dienstleistungen an, wie die Produktion von einer kleinen Zahl an Prototypen, des Designs von Spezialmaschinen, Analysen, Einschulungen und Planung und Consulting im technologischen Bereich.

Die organisatorische Struktur weist 50.46% der Republik Österreich und 49.54% der Wirtschaft, welche sich aus Beteiligung aus Industie, Elektrizitätsunternehmen, Banken, Versicherungen und anderen Vereinigungen zusammensetzt, zu.

Seibersdorf gliedert sich in 5 operationelle Bereiche: Instrumenten- und Informationstechnologien, Prozeß- und Umwelttechnologien, Technologien im Maschinenbau, lebenserhaltende Wissenschaften und Systemforschung in den Bereichen Technologie, Wirtschaft und Umwelt. Vereinigung österreichischer Technologiezentren


F) ZUSAMMENFASSUNG:

1) Wiens Weg - Szenarien der möglichen Entwicklung Wiens vor dem Hintengrund der Kooperation und Konkurrenz der Städte

1.1) Szenario 1: Aktive Standort- und Strukturpolitik bei fortschreitender Integration des Großraumes

In diesem Fall könnte sich Wien als Informations- und Transaktionszentrum im neu entstehenden Großraum Ost-Mitteleuropa etablieren. Durch die Forcierung des Bereiches hochwertiger Dienstleistungen, die schon durch heimische Unternehmen angesichts vermehrter Exporte in den Osten stärker nachgefragt werden, könnte Wien seinen Konkurrenten im europäischen Raum zuvorkommen, da es über Spezialwissen über Marktchancen und institutionelle Gegebenheiten in den Oststaaten und weiters über komparative Vorteile (räumliche Nähe, traditionelle Verbindung mit dem Großraum) verfügt.

Der Abbau von Handelshemmnisen, die Verbesserung von Kommunikationswegen und Förderung der grenzüberschreitende Kooperation zwischen Betrieben sind die Voraussetzungen, die schon in der Frühphase durchgeführt werden und so einen zeitlichen Vorsprung zur internationalen Konkurrenz einbringen. Durch dieses Vorgehen kommt es auch zu einer, bis dahin mangelden Internationalisierung der Wiener Diensleitungsproduzenten, die durch Bearbeitung der neuen Märkte zur Internationalisierung gezwungen werden.

Aber nicht nur der Dienstleistungsbereich bekommt Impulse durch die Ostöffnung, auch die heimischen Produktionsunternehmen werden durch die Beteiligung bei der Sanierung der alten Produktionsstrukturen in den Umstrukturierungsprozeß eingebunden, bei dem ihre bereits ausgeprägte Präsenz auf den Zielmärkten Vorteile birgt. Die steigende Komplexität der dadurch erwachsenden Manegementaufgaben führt zu ersten regionalen Headquater-Funktionen und so zu weiteren Verdichtungen.

Die Investition in die optimale Erreichbarkeit der Region sowohl im Verkehrsbereich als auch im Telekommunkationsbereich macht Wien als Stützpunkt für Ostgeschäfte auch für Unternehmen aus den westlichen Industrieländern interessant. Durch diese Entwicklung wird ein "Agglomerationseffekt” ausgelöst, der weitere Dienstleistungsanbieter anzieht und somit die kritische Masse erreichen läßt, welche den Aufbau eines internationales Prestiges bei Entscheidungsfunktionen und hochwertigen Dienstleistungen ermöglicht. Dadurch wird das Wachstum selbsttragend.

Der Stadtpolitik kommt in diesem Szenario auch eine aktive Rolle zu: konkrete Flächenplanung, selektive Vergabe und Bereitstellung von hochwertigem Büroraum sollen die "polyzentrische Stadtentwicklung” begünstigen und das Prestige der Stadt als Geschäftsstandort steigern.

In der Sachgüterproduktion kommt es durch Modernisierung zu einer Spezialisierung auf Bereich wie der hochtechnologischen Fertigung, die in einem städtisch adäquaten Produktionssystem abgewickelt werden kann und so einerseits die fortschreitende Desindustrialisierung des Stadtgebietes aufhält und andererseits durch ihren Spezialisierungsgrad unsensibel auf Billigimporten aus dem Osten ist. Diese Marktnischenstrategie macht die Region auch in hinsicht auf EU konkurrenzfähig.

In dem gezeichneten Szenario kommt es selbst bei der wirtschaftlichen Verbesserung der Oststaaten zu keiner Veränderung, da durch das Erreichen der kritischen Masse, die Region als erstrangiges Zentrum im Großraum steht und so sich die Entwicklung zwischen sich gegenseitig befruchtenden Dienstleistungen und Unternehmensverwaltungen immer weiter fortsetzt.

Die Region könnte weiters zu einem "industriellen Zentralraum für Mitteleuropa” werden, unter der Voraussetzung, daß es die Wirtschaftspolitk nicht verfehlt den Ausbau des partiell integrierten Binnenmarktes mit den angrenzenden ostmitteleuropäischen Staaten zu forcieren. So könnte Österreich zum Standort für Tochterniederlassung werden, die anderenfalls sich jenseits der Grenze im Osten ansiedeln würden. Durch diesen Binnenmarkt wäre es auch für die sich ansiedelnden Unternehmen möglich, sich Kostenvorteile durch Zulieferungen aus dem Osten zu sichern.

1.2) Szenario 2: Defensivstrategie können den "Status qou” nicht erhalten

Durch Vorherrschen einer defensiv-abwartenden bis protektionistischen-abwehrenden Wirtschaftspolitk könnte die Region Wien nicht die Chancen der Ostöffnung nützen. Die Stadtwirtschaft ist der doppelten Herausforderung aus Ostöffnung und europäischer Integration nicht gewachsen. Obwohl es wie beim positiven Szenario durch das Steigen der Ostexporte zu vermehrter Nachfrage nach hochwertigen Dienstleistungen kommt, kann dieses Potential nicht genützt werden, da zu starke Partikulärinteressen wie beispielswiese die der EU eine rasche und entschlossene Integration des Großraumes verhindern und so auch die Drehscheibenfunktion der Region untergraben.

Durch schleppende Verbesserung der Verkehr- und Kommunikationsinfrastruktur kommt es nur zu verhältnismäßig geringen stabilen Geschäftsbeziehungen. Die Expansion der Dienstleistungsunternehmer nach Osten gestaltet sich sehr langsam und so geht der Vorsprung der heimischen Anbieter zugunsten der multinationalen Anbietern aus westlichen Industriestaaten verloren. So kommt es auch nicht zur ausreichenden Ballung von Dienstleistungsanbietern, die zur Erreichung der "kritischen Masse” notwendig wären, um auch Entscheidungsfunktionen multinationaler Unternehmen anzuziehen. Die Tertiärisierung der Stadtwirtschaft schreitet zwar voran, aber nur in den traditionellen Bereichen, die es nicht vermögen, technologisch hochwertige Ansiedlungen aus dem Ausland zu gewinnen.

Im Fertigungsbereich überwiegen weiterhin die tradtionellen Fertigungsformen, die dem Anpassungsdruck nur durch das sinkende Lohnniveau aufgrund vermehrter Zuwanderung standhalten können. Die so weitergeführte Innovationsträgheit der Wiener Unternehmen führen dazu, daß kaum heimische Anbieter zur Sanierung der osteuropäischen Produktionsstrukturen herangezogen werden. Eine für die heimische Industrie erfolgversprechende Nischenstrategie kann aus Mangel an Flexibilität in der Fertigung nicht ausgenützt werden und so schwächt sich die Postion gegenüber ausländischen Anbietern weiter. Auch das Ausweichen auf den Konsumgütermarkt im Osten verläuft schlecht, da osteuropäische Anbieter mit klaren Kostenvorteile nach und nach auf den Markt drängen.

Mit der mangelden Anpassungsfähigkeit der Industrie kommt es zu einer massiven Desindustrialisierung, da die Umwandlung in eine städteadäqute, vernetzte Produktionsweise sich gegenseitig befruchtender Produzenten aus Industrie und Dienstleistungssektor ausbleibt. Der dadurch einsetzende Verfall der städtischen Struktur und die durch den Zustrom von Arbeitskräften steigende Arbeitslosigkeit, läßt die stätische Bevölkerung nach protektionistischen Maßnahmen rufen, die die Chance der Nutzung von Synergien mit anderen Regionen zunichte machen. Wien kann unter diesen Voraussetzungen nicht von der Ostöffnung profitieren und verliert weiter an Bedeutung in der europäischen Städtehierarchie. (ÖROK, 15, Seite 68 ff)


G) ANHANG

Informationsquellen:

allgemeine Informationen:

Amt der Wiener Landesregierung
Magistratsdirektion - Koordinationsbüro
Ansprechpartner: Mag. Otto Schwetz
1082 Wien, Rathaus

Büro für Auslandsbeziehungen der Stadt Wien
Ansprechpartner: Mag. Van Oers
1082 Wien, Ebendorferstraße 2

Europaforum Wien
Zentrum für Städtedialog
Kommunalwissenschaftliches Dokumentationszentrum
Mariahilferstraße 136
1150 Wien

Wirtschaftskammer Österreich
Korrespondenz-Zentrum der EG-Euro-Info-Centres
Wiedner Hauptstraße 63
1045 Wien

Forschung und Technologie

BIT - Büro für Internationale Forschungs-und Technologie-Kooperation
Wiedner Hauptstraße 76/DG
1045 Wien

Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Freyung 1
1010 Wien

Bildung:

BEB - Büro für Europäische Bildungskooperation
Reichsratsstraße 17/5
1010 Wien

Büro für Austauschprogramme
Berggasse 21/7
1090 Wien

Datenbanken:

CORDIS ( Communities Research & Development Info Service )
kostenlos zugänglicher offizieller elektronischer Informationsdienst der EG über Forschung und Entwicklung

Literatur:

1. Magistratsdirektion-Koordinationsbüro der Stadt Wien: 1 Jahr Bürgermeister D. Michael Häupel, Leistungsbilanz Nov. 1994 - Nov. 1995; Wien, 1995

2. Schwetz, Otto: Europa - der Kontinent der Regionen, in: Informationsdienst des Österreichischen Wasserstraßen und Schiffahrtsvereins Folge 151, Sep./Okt. 1995

3. Büro für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT), Eureka: Eine Initiative zur Förderung von Forschungskooperationen in Europa, Wien 1993

4. Müller, Lothar, Europäische MIttelstädte im Aufbruch - Institutionelle Aspekte, in: Österreichische Gemeinde-Zeitung (ÖGZ), offizielle Zeitschrift des österreichischen Städtebundes, Nr. 12/1995

5. WIFO im Auftrag der ÖROK, Regionales WIrtschftskonzept Wien und Umland, Wien, Jahr 1994

6. Troper, Reinhard, Interreg II - Nachbarn wachsen zusammen, in: Informationsdienst des Österreichischen Wasserstraßen und Schiffahrtsvereins Folge 151, Sep./Okt. 1995

7. ÖIR, im Auftrag der ÖROK, Gemeinschaftsinitiativen, Wien, Jahr 1994

8. Vertreter der Europäische Kommission in Österreich, Wien in der EU, Wien, 1995

9. Lackner, Helmut, 75 Jahre Österreichischer Städtebund (19915 bis 1990), Linz 1990

10. Informationsblatt über Eurocities, The European Associtation of Metropolotan Cities, Brüssel 1995

11. Jürgensmann,H.: EG-Förderungsprogramme im Überblick, Hanseatischer Fachverlag für Wirtschaft, 1992

12. Kneucker, R. : Wissenschaft, Forschung, Technologie - Auswirkungen des EWR-Vertrages, in: Gehler,M.: Österreich und die europäische Integration, Wien 1993

13. Bieri, S.:Technologietransfer und Forschungszusammenarbeit in Gemper, B.B.: Internationale Koordination und Kooperation), Hamburg 1990

14. "Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert”, Dokumentation einer internationelaen Tagung zum Wiener Stadtentwicklungsplan, am 13. und 14. Mai 1993

15.ÖROK: Regionales Wirtschaftskonzept für die Agglomeration Wien: Wien und Umland/ WIFO- österreichisches Institute für Wirtschaftsforschung und Bearbeitung Peter Mayerhofer, Wien: Eigenverlag der Geschäftsstelle der ÖROK, 1994

16.S'andor Richter, Jan Stankovsky: Die neue Rolle Österreichs im Ost-West-Handel, WIFO, Wien 1991 - Gemeinschaftstudie des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Angelegenheiten und der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft

17.Castells, Manuel; Peter Hall: Technopoles of the world : The making of the 21st century industriel Complexes; Routledge; London 1994

18.Lichtenberger, Elisabeth: Wien-Prag: Metropolenforschung; Wien-Köln-Weimar; Böhlau 1993

19.Brändle, Philipp: Economic Evaluation of the Structural Fund Transfers of the European Union; Diploamarbeit an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck; Juni 1994

20.Török, Ilona Maria: Wien und Budapest als konkurrierende Welstädte in Mitteleuropa-Attraktivität und Bewertung als Standort internationales Unternehmen; Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie an der WU Wien; Jänner 1994

21.Esser, Kemming: Stadtmarketing in der Diskussion; in ILS Duisburg, 1991

22.Friedmann, John: The world-city hypothesis. Development and change; Los Angeles 1986

23.Ritter, Wigand: Allgemeine Wirtschaftsgeographie; München; 1991

24.Christaller Walter: Zentrale Orte in Süddeutschland; Darmstadt; 1986

25.Kärcher, Thomas: Welstädte - einige Hypothesen zur Dynamik und Struktur von Weltstädten, in Geographica Helvetica 1992 - Nr.3, Zürich, 1992.

26.Thmassen: Politische Partizipation und Stadteintwicklung, 1988